Datenquellen
OPC UA
OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) ist das Standardprotokoll für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in der industriellen Automatisierung und wird von der OPC Foundation gepflegt. Mit der OPC UA Datenquelle verbindest du Peakboard mit einem OPC UA Server, sicherst die Verbindung über Zertifikate und abonnierst die Knoten, die du visualisieren möchtest.
Datenquelle hinzufügen
Wähle im Explorer den Knoten [Data] aus und klicke auf [Add data source]. Wähle im Dialog OPC UA (1).

Verbindung konfigurieren
Im Dialog [Add OPC UA data] gibst du alles ein, was für den Zugriff auf den Server nötig ist.

- Data source name (1): Wie jede andere Datenquelle benötigt auch die OPC UA Datenquelle einen Namen. Über diesen Namen wird in der Peakboard-Anwendung auf die Daten zugegriffen.
- Load client certificate (2): Ein Client-Zertifikat ist erforderlich (einzige Ausnahme: der none / none Endpunkt). Das Zertifikat wird als Ganzes (öffentlicher + privater Schlüssel) auf der Client-Seite gespeichert. Der öffentliche Teil muss anschließend auf den Server übertragen und dort als vertrauenswürdiges Zertifikat hinterlegt werden.
- Server URL (3): Die Adresse des OPC UA Servers in der Form
opc.tcp://<host>.<domain>:<port>[/<path>]. Über das Papierkorb-Symbol leerst du das Feld, über das{ }-Symbol kann die URL per Skript gesetzt werden. Eine per Skript gesetzte URL wird nur einmal ausgewertet, nämlich beim Verbindungsaufbau zum Server beim Start. - Endpoint (4): Über das Aktualisieren-Symbol lädst du die vom Server angebotenen Endpunkte. Wird ein Zertifikats-Popup angezeigt, akzeptiere das Server-Zertifikat. Die Endpunkte unterscheiden sich durch ihre Verschlüsselungs- und Signierstufen und Algorithmen. Aktiviere vorab die Checkbox [Trust All], um die Server-Zertifikatsabfragen zu überspringen.
- Authentication (5): Optional authentifizierst du den OPC UA Benutzer gegenüber dem Server (Anonymous, UserName oder Certificate). Diese Benutzerauthentifizierung ist unabhängig von den Client-/Server-Zertifikaten, die Client und Server gegeneinander authentifizieren.
- Connect (6): Teste die Verbindung. Funktioniert sie, sind alle eingegebenen Informationen gültig. Ist bereits eine Verbindung an anderer Stelle hinterlegt (Personal / Peakboard Hub / Anwendung), kann sie über [Reuse existing connection] wiederverwendet werden — Zertifikate müssen trotzdem erstellt und akzeptiert werden.
- Communication type (7): siehe Kommunikationsart wählen weiter unten.
Client-Zertifikat verwalten
Ein Klick auf [Load client certificate] öffnet den Dialog [Manage Certificates].

- Certificate usage (1): Wähle den Verwendungsbereich. Für ein OPC UA Client-Zertifikat wählst du OPC UA.
- Zertifikatspeicher (2): Wechsle zwischen [My certificates], [Root], [Trusted people] und [Untrusted]. Ein Client-Zertifikat muss im Speicher [My certificates] liegen.
- Import / Create (3): Mit [Import] importierst du ein vorhandenes Zertifikat (
.pfx-,.p12- oder.p7b-Datei), mit [Create] erstellst du ein neues (siehe unten). Zum Exportieren oder Ansehen verwendest du die Aktionen am Zertifikatseintrag — [export] schreibt eine.crt-Datei, [open] öffnet es im Windows-Zertifikatsbetrachter. - Select / Cancel (4): Mit [Select] übernimmst du das markierte Zertifikat, mit [Cancel] verwirfst du die Auswahl. Hinzugefügte Zertifikate werden durch [Cancel] nicht gelöscht. Mit [Esc] hebst du die aktuelle Auswahl auf.
Neues Zertifikat erstellen
[Create] öffnet den Dialog [New OPC UA client certificate].

- Fülle die Zertifikatsangaben aus (1). Der obere Block (Common name, Organization, …) beschreibt den Zertifikatsinhaber; Gültigkeit, RSA-Schlüsselstärke und Signaturalgorithmus sind mit sinnvollen Standardwerten vorbelegt und müssen meist nicht geändert werden. Optional ergänzt du IP-Adressen und Domainnamen, für die das Zertifikat gültig sein soll.
- Klicke auf [Create] (2), um das Zertifikat zu erzeugen. Es steht danach im Speicher [My certificates] zur Auswahl bereit.
Mit dem Server verbinden
Trage die [Server URL] ein (3 im Konfigurationsdialog), aktiviere die Checkbox [Trust All], falls du die Server-Zertifikatsabfragen nicht manuell behandeln möchtest, und lade über das Aktualisieren-Symbol (4) die Endpunkte. Wähle den gewünschten Endpunkt, lege bei Bedarf eine [Authentication]-Methode (5) fest und klicke auf [Connect] (6). Eine Bestätigungsmeldung zeigt eine erfolgreiche Verbindung an.
Kommunikationsart wählen und Abonnements verwalten
Sobald die Verbindung steht, ersetzt der Button Disconnect (1) den Button [Connect]. Die Optionen zur Datenverarbeitung findest du in den Bereichen Specify details und Subscriptions.

- Communication type (2):
- Subscription: Der von OPC UA definierte Abonnementmechanismus. Das ist die empfohlene Option, sofern der Server sie unterstützt. Über [Edit settings] passt du abonnementspezifische Optionen an — ändere diese nur, wenn du weißt, was du tust.
- Variables: Knotenwerte werden nach einem festen [Reload Interval] abgerufen. Es können nur variable Knoten verwendet werden; Objekte und ihre Ereignisse stehen nicht zur Verfügung.
- Message type (3): Bestimmt, wie Wertaktualisierungen gespeichert werden. Simple behält die letzte Nachricht pro Abonnement, Advanced die letzten Wertaktualisierungen bis zur konfigurierten Warteschlangengröße.
- Subscriptions (4): Die Liste der abonnierten Knoten. Der Title eines abonnierten Knotens wird verwendet, um in der Peakboard-Anwendung auf ihn zuzugreifen.
- Manage subscriptions (5): Ein Klick darauf (oder [Browse] aus dem zugehörigen Menü) öffnet den Knoten-Browser, der den Baum der auf dem verbundenen Server gespeicherten Knoten zeigt — eine Verbindung ist erforderlich. Durch Auswählen eines Knotens wird ein Abonnement hinzugefügt, durch Abwählen wird das entsprechende Abonnement entfernt. Mit [Add manually] kann ein Knoten anhand seiner Knoten-ID und seines Namensraums ohne Verbindung (offline) hinzugefügt werden.
- Enable listener (6): siehe Daten überprüfen weiter unten.
Für jeden abonnierten Knoten kannst du Title, Namespace und Identifier bearbeiten. Namespace und Identifier können per Skript gesetzt werden; dieses Skript wird nur einmal ausgeführt, wenn das Abonnement beim Start eingerichtet wird. Bei bestehender Verbindung liest [Fetch Node Info] zusätzliche Informationen (Knotenklasse, Datentyp, …) vom Server:
- Variable: Hat einen Wert, der vom Server gelesen wird.
- Object: Hat Ereignisse, die im Dialog [Edit OPC UA Subscription Item] über den [Add]-Button unter der Tabelle [Event Filter] abonniert werden können (eine Serververbindung ist erforderlich).
Knoten durchsuchen und auswählen
[Browse] aus dem Menü von [Manage subscriptions] öffnet den Knoten-Browser.

- Knotenbaum (1): Der Adressraum des verbundenen Servers. Klappe einen Zweig auf, um bis zu seinen variablen Knoten vorzudringen.
- Knoten abonnieren (2): Aktiviere die Checkbox neben einem Knoten, um ein Abonnement hinzuzufügen; deaktiviere sie, um das Abonnement wieder zu entfernen.
- Attributes (3): Die OPC UA Attribute des ausgewählten Knotens (NodeId, NodeClass, DataType, aktueller Value, AccessLevel, …) — hilfreich, um zu bestätigen, dass du den richtigen Knoten gewählt hast.
- Aktualisieren (4): Liest den Adressraum des Servers neu ein.
- Select / Cancel (5): [Select] übernimmt die markierten Knoten und kehrt zum Konfigurationsdialog zurück; [Cancel] verwirft die Änderungen.
Daten überprüfen
Klicke im Bereich Preview auf [Enable listener] (6), um zu prüfen, ob alle Abonnements korrekt definiert sind. Der Listener verhält sich genauso wie die Datenquelle in der laufenden Peakboard-Anwendung. Wenn alles passt, bestätigst du den Dialog mit [OK].